Aktuelles Thema: Energiepreisentwicklung

Steigende Energiepreise - Ist unsere Versorgung gesichert?

Die aktuelle Diskussion, ob wir im nächsten Winter unsere Wohnungen wie gewohnt beheizen können, geht auch an uns nicht vorbei. Mit Kenntnisstand Anfang September sind wir optimistisch.  

Für unsere Wohnungen gilt: Mehr als 80 Prozent unserer Wohnungen werden von den Stadtwerken Frankfurt (Oder) mit Fernwärme versorgt. Diese Versorgung erfolgt aktuell weiter über das seit 25 Jahren bestehende Kraftwerk, das mit Braunkohlestaub betrieben wird. Der Braunkohlestaub wird aus der Lausitz bezogen und ist bis Anfang 2024 gesichert. In diesen Beständen ist die Wärmeversorgung so sicher wie in den zurückliegenden Jahren auch.      

Für die rund 1.000 Wohnungen, die mit Gas beheizt werden, gibt es derzeit eine gewisse Unsicherheit für den bevorstehenden Winter. Dass die Gasheizungen vollständig ausfallen, halten wir derzeit aber für ausgeschlossen.

Im Jahr 2020 wurden mehr als 50 Prozent des in Deutschland genutzten Erdgases aus Russland importiert. Die aus Russland importierte Gasmenge hat sich in diesem Jahr erheblich reduziert und kann bisher nur zum Teil aus
anderen Quellen ersetzt werden. Derzeit wird kein Gas aus Russland geliefert, ob und wann die Lieferung wieder aufgenommen wird, ist nicht absehbar. Durch die Ausweitung der Gaslieferungen aus anderen Ländern, wird der Import
aus Russland derzeit zum großen Teil ausgeglichen, so dass die Gasspeicher aktuell zu ca. 85% gefüllt sind. Allein diese Speichermenge reicht – bei völligem Ausfall aller aktuell laufenden Gaslieferungen – für zwei normale Wintermonate.

Wie entwickeln sich die Preise für die Wärmeversorgung?

In der Ausgabe 01/2022 unserer Mieterzeitung WohnGut hatten wir bereits berichtet, dass bei der Fernwärme ein Preissprung um 25 Prozent erfolgt ist. Die entsprechenden Anpassungen der Vorauszahlungen wurden von fast allen betroffenen Mietern akzeptiert. Mit einem erheblichen Anstieg von Nachzahlungen rechnen wir daher auch aus der Abrechnung für das Jahr 2022, die im nächsten Jahr erstellt wird, nicht.

Für Strom und Gas haben wir einen Vertrag mit den Stadtwerken Frankfurt (Oder). Dieser läuft nun – nach drei Jahren mit niedrigen Preisen – zum Ende des Jahres aus. Über die neuen Vertragsbedingungen haben wir über mehrere Monate mit den Stadtwerken verhandelt und die angebotenen Preise mit Wettbewerbern verglichen. Ende August 2022 haben wir uns auf Preise verständigt, die für das Jahr 2023 gelten und massive Preissteigerungen mit sich bringen.

Strom nutzen wir für die Beleuchtung der Treppenhäuser, Hausflure und Hauszugänge sowie für den Betrieb diverser technischer Anlagen in den Häusern. Insgesamt verbrauchen wir dafür 1.266 Megawattstunden im Jahr. Der Preis je
Kilowattstunde steigt zum 1. Januar 2023 um 70,54 Cent. Bereits zum 1. Juli 2022 ist die EEG-Umlage in Höhe von zuletzt 3,723 Cent je Kilowattstunde weggefallen. Dies dämpft den Preisanstieg allerdings nur zu einem kleinen Teil. Der
WohnBau Frankfurt entstehen dadurch Mehrkosten von rund einer Million Euro. Das entspricht etwa 13 Euro je Wohnung im Monat.

Der extrem steigende Gaspreis wirkt sich auf die rund 1.000 Wohnungen mit Gasheizungen massiv aus. Bei den Wohnungen mit Gasetagenheizungen ist uns die Preisentwicklung nicht bekannt, da die Mieter hier die Energie direkt einkaufen. Für
die 843 Wohnungen, die an eine Gaszentralheizung angeschlossen sind, haben wir das notwendige Gas für das Jahr 2023 eingekauft. Der Gaspreis steigt hier um 26,5 Cent je Kilowattstunde. Hinzu kommen Umlagen für die Gasspeicherung. Die bereits bestehenden Bilanzierungsumlagen – die in den letzten Jahren immer bei 0 Euro lagen – werden wieder in Rechnung gestellt. Eine preisdämpfende Wirkung wird die von der Bundesregierung beschlossene Reduzierung der Umsatzsteuer auf Gas haben.          

Insgesamt folgt daraus eine Steigerung der Kosten für Gas im nächsten Jahr um ca. 2,1 Millionen Euro, je betroffene Wohnung und Monat sind das durchschnittlich 210 Euro. Auf Basis der Abrechnungen, die derzeit erstellt werden, werden wir die für das nächste Jahr individuellen Vorauszahlungen kalkulieren. Uns ist klar, dass das für viele unserer Mieter nicht bezahlbar ist. Auf eine Weitergabe der Kostensteigerungen können wir aber jedoch nicht verzichten.

Bitte sprechen Sie uns an, bevor durch die Kostensteigerungen Schulden aufgelaufen sind. Wir werden versuchen, gemeinsam mit Ihnen Lösungen zu finden. 

Die Bundesregierung hat weitere Hilfspakete angekündigt. Hierzu liegen mittlerweile Vorschläge der Expertenkommission für eine Begrenzung des Preisanstiegs für Gas und Fernwärme vor. Wie sich diese auf die WohnBau Frankfurt und damit auf Ihre Vorauszahlungen auswirken werden, können wir aktuell noch nicht beziffern. Sobald konkrete Bewertungen möglich sind, werden wir die betroffenen Mieter informieren.

 
 
 
 

Energie-Scouts

Leider können wir an dieser Stelle nur sehr allgemeine Hinweise geben, die Ihre persönliche Situation nicht berücksichtigen. Eine weitaus individuellere Beratung erhalten Sie zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale in der Magistrale.

 

Kommunale Beratungsangebote

Um die Auswirkungen der aktuellen
und kommenden Energieverteuerungen für die Bevölkerung abzufedern, hat die Bundesregierung zuletzt ein drittes Entlastungspaket beschlossen. Dieses enthält neben Sonderzahlungen nun auch für Rentnerinnen und Rentner sowie Studierende, u. a. eine Ausweitung der Wohngeldberechtigung auf deutlich mehr Personen als bislang. Um Betroffene über ihre neuen Rechte zu informieren und sie bei der Beantragung von Hilfen zu unterstützen, haben das Amt für Jugend und Soziales der Stadt Frankfurt (Oder) sowie das Jobcenter Frankfurt (Oder) ein gemeinsames Beratungsangebot geschaffen.

Ab 4. Oktober 2022 stehen jeden 2. Dienstag (gerade KW) von 10.00 bis 14.00 Uhr im MehrGenerationenHaus MIKADO (Franz-Mehring-Straße 20) Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung.

Alternativ werden ab 11. Oktober 2022 jeden 2. Dienstag (ungerade KW) von 16.00 bis 18.00 Uhr in der oberen Passage des Oderturms (Logenstraße 8, gegenüber dem Impfzentrum) Informationen und individuelle Beratungen angeboten. Zudem kann bei Fragen zum Thema der telefonische Auskunfts- und Beratungsdienst des Jobcenters kontaktiert werden:
0335 570-2300.

 
 

Unsere Meinung - Diskussionsrunde zur aktuellen Energiepreisentwicklung

 

Energieverbrauch reduzieren - Was kann ich da machen?

Die Energiepreise kennen seit Monaten nur eine Richtung: steil nach oben. Das Einzige was wir tun können, um diese Preissteigerung wenigstens etwas abzufedern, ist, unseren Energieverbrauch zu reduzieren. Sie als Mieter haben einen erheblichen Einfluss auf Ihren Energieverbrauch. Wir haben für Sie einige Möglichkeiten zusammengetragen. Auf Seite 15 erfahren Sie, was die WohnBau Frankfurt darüber hinaus unternimmt, um den Gesamtverbrauch weiter zu senken.

Unsere Tipps für Sie: 

Heizkörper befreien Damit die Heizkörper in Ihrer Wohnung effizient arbeiten können, muss die Luft frei am Heizkörper entlang strömen können. Entfernen Sie deshalb Barrieren, die dies verhindern. Dazu gehören z. B. die Couch, die unmittelbar vor dem Heizkörper steht oder dichte, bodentiefe Vorhänge 

Stoßlüften Fenster, die lange Zeit in Kippstellung geöffnet sind, sorgen für wenig Luftaustausch, aber für viel Energieverlust. Besser ist es, die Fenster wenige Male am Tag weit zu öffnen und nach ca. 5 bis 10 Minuten wieder zu schließen. Wände und Mobiliar sind dann noch warm und sorgen dafür, dass die ursprüngliche Raumtemperatur schnell wieder erreicht wird. Wichtig: Verzichten Sie nicht auf das Lüften. In bewohnten Wohnungen werden mehrere Liter Wasser jeden Tag an die Raumluft abgegeben. Diese Feuchtigkeit muss raus aus der Wohnung, sonst entsteht Schimmel. Die Feuchtigkeit kann nur über regelmäßiges Lüften aus der Wohnung gelangen.

Temperatur reduzieren – auf mind. 18 Grad Wenn Sie in den Wohnräumen bisher eine Temperatur von mehr als 20 Grad hatten, können Sie durch eine Reduzierung Energie sparen. Jedes Grad weniger spart rund 6 bis 7 Prozent Energie. Reduzieren Sie die Temperatur aber bitte nicht auf weniger als 18 Grad sonst steigt die Schimmelgefahr deutlich an. Kein Geld sparen Sie, wenn Sie auf die Erwärmung Ihrer Wohnung durch die vorhandene Heizungsanlage verzichten und Ihre Wohnung mit elektrischen Heizlüftern oder Radiatoren
erwärmen. Strom kostet je kWh deutlich mehr als Fernwärme oder Gas. Selbst in aktuellen Neubauten sind die Leitungen nicht auf einen so hohen dauerhaften Stromverbrauch
ausgelegt. Die Elektroinstallation könnte somit Schaden nehmen und zu einem Ausfall der Stromversorgung führen. Warmwasser einsparen Die Versorgung mit Warmwasser
verbraucht etwa 20 % der gesamten Wärmeenergie. Eine Reduzierung der Temperaturen und der Wassermenge wirkt sich also ebenfalls auf den Gesamtverbrauch aus. Wie oft, wie lange und mit welcher Temperatur Sie duschen bleibt aber selbstverständlich jedem selbst überlassen.

Stromverbrauch reduzieren Auch beim Stromverbrauch in Ihrer Wohnung können Sie möglicherweise noch Sparpotenziale nutzen. Moderne LED-Lampen brauchen für die gleiche Helligkeit nur einen Bruchteil an Energie gegenüber herkömmlichen Glühlampen, Leuchtstoffröhren oder Halogen-Strahlern. Selbst gegenüber den noch üblichen Energiesparleuchten ergibt sich ein erheblicher Einsparungseffekt. Sehr große Einsparungseffekte ergeben sich häufig auch bei einer Erneuerung der größeren Haushaltsgeräte, wie Kühlschrank und Waschmaschine. Wobei diese wegen der damit verbundenen erheblichen Investitionen nicht für jeden kurzfristig realisierbar ist. Falls Sie jedoch schon eine Weile über die Anschaffung von Neugeräten nachgedacht haben, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.

 
 

Energieverbrauch reduzieren - Was macht die WohnBau Frankfurt?


Energiebilanz unseres Wohnungsbestandes

Um beschreiben zu können, was wir kurz- und längerfristig tun können, um den Energiebedarf unserer Wohnungen weiter zu reduzieren, ist zunächst ein Rückblick auf das bisher Erreichte notwendig. In den zurückliegenden 30 Jahren haben wir fast den gesamten Bestand mindestens teilweise saniert und dabei immer Maßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt. Unseren durchschnittlichen Energiebedarf für Heizung und Warmwasser konnten wir dadurch auf rund 96 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr reduzieren. Zum Vergleich: Das Bundesumweltamt hat einen bundesweit durchschnittlichen Verbrauch von 131 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr nur für die Beheizung ermittelt – für Warmwasser werden zusätzlich ca. 25 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr aufgewendet. Wir verbrauchen demnach aktuell bereits etwa 40 Prozent weniger Energie als der bundesweite Durchschnitt. Dass wir im Durchschnitt gute energetische Werte erreichen, bedeutet natürlich nicht, dass wir uns damit zufrieden geben. Wir haben noch einige Häuser
mit einem Energieverbrauch von bis zu 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Diese Häuser stehen in unserem Bauplan für die nächsten Jahre.


Kurzfristige Energiesparpotentiale

Um die anstehenden massiven Preissteigerungen wenigstens teilweise abzufangen, sind Baumaßnahmen nicht geeignet, da die Umsetzung erst im Laufe der nächsten Jahre erfolgen kann. Wir haben daher geprüft, mit welchen Maßnahmen wir auch kurzfristig Einsparungspotenziale realisieren können. Unsere Heizungsanlagen werden regelmäßig gewartet und sind den Anforderungen entsprechend eingestellt. Einsparungen wollen wir bei den zentralen Heizungsanlagen erreichen durch:

  • eine Verlängerung der Nachtabsenkung bei den Heizungsanlagen,
  • eine Absenkung der Vorlauftemperatur (das ist die Temperatur, mit der das Wasser in den Heizungskreislauf hineingeht) Es werden damit weiterhin 20 Grad in allen Wohnräumen erreicht. Es ist möglich dass einige unserer Mieter hierfür die Ventile an Ihren Heizkörpern weiter aufgedreht werden müssen. Das wird voraussichtlich bei älteren Heizungsanlagen nötig sein sowie 
  • eine Reduzierung der Warmwasserbereitstellung in den Nachtstunden – warmes Wasser werden wir zu jeder Zeit bereitstellen, nachts mit einer geringeren Temperatur und teilweise nach kurzer Wartezeit.

Mit diesen Maßnahmen erwarten wir eine Reduzierung des Energiebedarfs um etwa 5 bis 10 Prozent.

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